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Als Vater beim Frauenarzt


"Kommst Du mit zum Frauenarzt?" Diese Frage erweckt bei den meisten Männern gemischte Gefühle. Und: Nicht jeder Frauenarzt ist auch auf den Partner eingestellt. Das gilt übrigens genauso für das Personal. Wir zeigen, wie der Vorsorgetermin der Schwangeren auch für dich ein guter Termin wird.

Warum der Vater dabei sein sollte


In der Schwangerschaft geben sich emotionale Hoch und Tiefs die Hand. Weshalb es gut ist, dass ihr diese Zeit zu zweit durchmacht. Bei vielen Unsicherheiten und Fragen kann der Frauenarzt Vater und Mutter unterstützen.

Wenn du mit zum Frauenarzt gehst, bekommst du Informationen aus erster Hand. Was der Frauenarzt deiner Partnerin mit auf den Weg gibt, kommt im schlimmsten aller Fälle nur bruchstückhaft oder aber gar nicht bei dir an. Um sicher zu sein, dass du in alle Details eingeweiht bist, solltest du live mit dabei sein. Außerdem kannst du persönlich nachfragen und auch die Fragen stellen, die deine Frau nicht zu stellen wagt.

Der Frau Sicherheit geben


Außerdem bist du deiner Partnerin eine Stütze. Erhältst du gute Neuigkeiten, kannst du sie mit deiner Frau teilen. Sind es schlechte Neuigkeiten, wird deine Frau dankbar sein, wenn du an ihrer Seite bist. Egal ob sie es zugibt oder nicht.

"Eine der Grundlagen einer erfolgreichen Partnerschaft besteht in der lebenslänglichen Weiterentwicklung beider Partner. Die Teilhabe an der Entwicklung der Partnerin im Schwangerschaftsverlauf bedeutet somit eine wesentliche Basis für das gemeinsame ‚Projekt‘ der Familienbildung", sagt Dr. Klaus J. Doubek, Vorsitzender des Bezirkes Wiesbaden im Berufsverband der Frauenärzte. "Die Begleitung zum Termin einer Schwangerenvorsorge, das Teilen von Ungewissheit, mitunter auch das der Sorgen, das Hören bisher unbekannter medizinischer Zusammenhänge, die Beurteilung der schwangerschaftstypischen Veränderung des Körpers der Frau, und oftmals das Sehen und Erkennen in der bildgebenden Ultraschalldiagnostik, bedeutet für die Schwangere eine zusätzliche Sicherheit."

Vorbereitung


Zur Vorbereitung solltest du deine Partnerin nach ihren Erfahrungen fragen: wie lange sie in der Vergangenheit warten musste, wie die Ärztin sie angesprochen hat, ob sie mit Medikamenten abgespeist wurde, ob das Personal freundlich ist usw. Wichtig ist auch, über die vorstehende Untersuchung zu sprechen: Worum geht es in der anstehenden Visite? Welche Erwartungen gibt es? Was steht danach an? Das hilft von vornherein, Nervosität gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Außerdem solltet ihr gemeinsam Fragen absprechen, die ihr der Ärztin stellen wollt. Dein Part ist es, während der Unrtersuchung darauf zu achten, dass sie auch beantwortet werden.

Mann im Wartezimmer


Eins wird dir sofort auffallen: das Wartezimmer ist voller Frauen. Dies ist kein Grund, unruhig zu werden oder gar die Flucht anzutreten. Zum einen bist du nicht alleine, deine Partnerin ist bei dir. Zum anderen erntest du vielleicht neidische Blicke von Frauen, die ohne ihren Partner da sind. Ein nicht zu unterschätzender Bonus, den du später im Gespräch mit deiner Frau anbringen kannst.

Erscheint dir die Wartezeit zu lang, nimm dir ein Buch mit. Es sei denn, du liest gerne Brigitte, Freundin oder Bild der Frau... Deine Partnerin wird allerdings eine Unterhaltung sicher einer Wartezimmer-Zeitschrift vorziehen.

Während der Untersuchung


Hast du die ersten Hürden hinter dich gebracht, winkt das Ziel in Form des Untersuchungszimmers. Egal ob Frauenarzt oder Frauenärztin, die meisten Gynäkologen begrüßen es ausdrücklich, wenn die werdenden Eltern gemeinsam zum Untersuchungstermin kommen. Sollte der Frauenarzt nicht so auf dich eingehen wie du es dir wünschst, scheu dich nicht, deine Fragen klar, direkt und freundlich zu formulieren. Als Vater bist du nicht der Protagonist der Untersuchung, aber auf jeden Fall ein wichtiger Teil. Und der Unterstützer der Frau. Wenn deine Frau wichtige Fragen, die ihr vorher abgesprochen hattet, vergessen hat: Das ist deine Rolle.

"Respekt und Wertschätzung während der Untersuchungssituation sind die Überschrift", erklärt Dr. Doubek. "Ein liebevolles Zurücknehmen, ein wenig gentleman-like, und die Schwangere und das Ungeborene im Zentrum zu sehen, sind eine Garantie für ein positives Miteinander. Vorab sollte auch besprochen worden sein, ob der Partner bei einer gegebenenfalls erforderlichen vaginalen Untersuchung anwesend sein darf. Wie im übrigen Leben, so gilt es auch hier, im Voraus die ‚Spielregeln‘ zu vereinbaren."

Andreas Schnell

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