Rettet die Spielplätze!
Bild: milosz_g@fotolia.comSpielflächen für Kinder werden überall eingeschränkt, Spielplätze werden abgebaut, verkleinert oder umgewidmet. Weil angeblich schnell billiger Wohnraum entstehen soll. Wer Spielflächen für Kinder erhalten will, muss sich engagieren und mitbestimmen!
Mehr Kinder brauchen mehr Platz
Wie sieht eine solche Umgebung aus? Die Straße ist sauber, weder Hundekot noch Scherben oder Dosen liegen auf dem Boden, auch lungern nirgends Gruppen von Jugendlichen oder Erwachsenen mit frei laufenden Hunden herum, was Kindern oft Angst macht. Außerdem führt keine große Verkehrsader durch das Wohngebiet. Und: Man kennt sich in der Nachbarschaft, Kinder kennen erwachsene Ansprechpersonen, weil die Eltern mit ihnen zumindest Grüße austauschen.
Spielräume bedeuten Lebensqualität
Wie wichtig die gute Wohnumgebung für Familien ist, zeigt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung BIB. Sie weist auf erhebliche regionale Unterschiede in der Geburtsstatistik hin. Laut Forschungsdirektor Martin Bujard liegen die Ursachen für niedrige Kinderzahlen in zu wenig bezahlbaren Wohnungen, schlechter Kinderbetreuung und kinderfeindlichen Wohnquartieren.
In der Verantwortung: Gemeinde und Wohnungsbaugesellschaften
Zudem wurden schon vor Jahren in verschiedenen Bundesländern, z.B. in Niedersachsen, die Spielplatzgesetze gestrichen. Vorgaben für Spielplätze sind jetzt – mit rechtlich wesentlich geringerem Stellenwert – in den Bauordnungen zu finden. Nach Angaben des DKHW ist häufig das Grünflächenamt zuständig, oft aber auch der Bauhof. Dass dort häufig Spezialisten für Kinderspiel zu finden seien, bezweifelt Claudia Neumann, zumal die Ämter unter Zusammenlegungen und Personalausdünnung litten.
Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge
Spielflächen gehören zur Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge in Verantwortung der Kommune. Eltern sollten sich nicht abspeisen lassen, sondern sich mit anderen zusammentun und bei Veranstaltungen, Planungssitzungen, Ratssitzungen etc. auf die Bedarfe von Familien und Kindern hinweisen. Bürgerbeteiligung ist schließlich für die Bürger da, nicht für die Selbstdarstellung von Verwaltung und Gemeinderat.
Ralf Ruhl



