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Türkische Väter


Türkische Väter in der GeburtsvorbereitungBild: Friday@fotolia.de

Türkischstämmige Männer sind in Deutschland fast immer bei der Geburt ihrer Kinder dabei. Davon profitiert die ganze Familie, sagen Mediziner der Berliner Charité.

Von der Frauensache zur Partnerschaft


In der Türkei ist eine Geburt reine Frauensache. Weder in den Städten noch auf dem Land sind die Väter dabei, wenn ihr Nachwuchs auf die Welt kommt. Doch wenn sie längere Zeit in Deutschland leben, scheinen sie auch in diesem Punkt kulturell anzugleichen. Das legen die Ergebnisse der Studie des Frauenarztes Matthias David nahe: 1995 waren 73%, 2003 bereits 82% der türkischstämmigen Väter bei der Geburt dabei. Bei deutschen Vätern waren es im Vergleichszeitraum 83% bzw. 98%.

Positiver Einfluss


Zur Begründung gaben sie 1995 mehrheitlich an, die Partnerschaft stabilisieren zu wollen. 2003 war der Hauptgrund ein positiver Einfluss auf die Partnerin. Ein weiterer Grund, vor allem in Krankenhäusern mit deutschem Personal: Die Sprachprobleme. 1995 sahen 23%, 2003 immer noch 13% eine Übersetzungstätigkeit während der Geburt als sehr wichtig an.

Doch es bleibt nicht bei der reinen Anwesenheit im Kreißsaal: 1995 übernahmen 10%, 2003 schon 35% gemeinsam mit einer weiteren Frau die anstehenden Aufgaben rund um die Familie.

Frühe Entscheidung


Die Entscheidung, an der Geburt teilnehmen zu wollen, fällt recht früh - bei über der Hälfte der Männer schon bevor die Frau schwanger ist. Auffallend: Türkischstämmige Männer haben hier ihre deutschen Kollegen mit 56% zu 54% überholt. Vor zehn Jahren waren das erst 11% bzw. 9%.

Matthias David bedauert in diesem Zusammenhang, dass nur wenige Männer an Geburtsvorbereitungskursen teilnähmen, obwohl die einen positiven Effekt auch bei den Vätern hätten. Nach den Gründen dafür wurde jedoch offenbar nicht gefragt.

Ralf Ruhl

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