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Väter auf dem Land

Väter auf dem Land
Bild: Mr. Nico - photocase.de

Ruhe, Natur und Bewegungsfreiheit für Kinder: Das Dorf als riesengroßer Spielplatz? Kinder, die auf dem Land heranwachsen, haben nicht automatisch mehr Bewegungsfreiheit. Lange Fahrtwege und vorwiegend traditionelle Rollemuster erschweren das Landleben junger Väter.
Eines war für mich immer klar: Wenn ich Kinder habe, will ich auf dem Land wohnen. Sobald sie nur laufen können, sollen sie draußen oder drinnen spielen und toben können wie es ihnen gefällt. Und was brauchen Kinder mehr zum Spielen als Erde, Holz, Steine und Wasser?

Ruhe, Natur, viel Platz und ungefährliche Spielplätze. So stellen sich Städter das Landleben vor. Doch haben Kinder auf dem Land wirklich mehr Bewegungsfreiheit als in der Stadt? Früher mag das so gewesen sein. Da konnten sich die Kinder kilometerweit selbstständig bewegen. Die Kleinen liefen mit den Grossen mit.

Bessere Entwicklungschancen durch unbetreutes Spiel in der Natur



Eine Studie des Umweltministeriums Reinland-Pfalz zeigte, dass Landkinder heute kaum mehr selbstständige Aktionsräume genießen als Stadtkinder. Selbst unter günstigen Bedingungen spielen Kinder im Durchschnitt nur 90 Minuten am Tag unbetreut. Die Stadtwohnung in einer Verkehrsberuhigten Gegend mit Park und Spielplatz bietet Eltern und Kindern mehr als das ländliche Neubaugebiet mit angrenzender Durchgangsstrasse. Auch im Dorf können Kinder nicht einfach so in die Natur laufen und die Welt erkunden.

Die positiven Auswirkungen von Naturnähe und unbetreutem Spiel auf die Entwicklungschancen von Kindern sind unbestritten. Doch die Kinder toben nicht mehr unbetreut durch die Dorfstrassen. Die Gefahren des Straßenverkehrs haben zugenommen. Und die elterliche Wahrnehmung aller möglichen potentiellen Gefahren steigt noch immer.

Kinderparadies erleichtert Betreuung



Drei Monate nachdem meine Tochter geboren wurde, sind wir in ein kleines Dorf gezogen. 50km zur nächsten größeren Stadt. Wir haben einen großen Garten. Dahinter beginnen die Felder. Außerdem wohnt noch eine Mutter mit Kind oben im Haus. Das sind günstige Bedingungen.

Bei Henning (28 Jahre), einem befreundeten Vater den ich gern besuche, haben es die Kinder noch besser. In den Häusern um einen von vier Seiten umbauten Hof leben 6 Erwachsene und 7 Kinder. Alle Kinder sind jünger als sieben Jahre. „Wir Leben im Kinderparadies“, sagt Henning, “und im Elternparadies. Die Kinder rennen morgens auf den Hof und kommen erst zum Mittagessen zurück.“ Das erleichtert die Kinderbetreuung.
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Landleben

Studie des Umweltministeriums Reinland-Pfalz zeigt, dass Landkinder heute kaum mehr selbstständige Aktionsräume genießen als Stadtkinder. Der Autor Baldo Blinkert verweist auf die große Bedeutung von Naturnähe und unbeaufsichtigtem Spiel für die Entwicklungschancen von Kindern.

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