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Wo ist der tote Opa hin? Drei besonders heikle Kinderfragen und wie Eltern darauf antworten können?


Drei besonders heikle Kinderfragen und wie Eltern darauf antworten können?Bild: © photophonie - Fotolia.com

Kinder verfügen über eine angeborene Neugierde und das ist auch gut so. Schließlich müssen sie die Welt Stück für Stück kennenlernen und ihre Zusammenhänge begreifen. Die eine oder andere Frage aus dem Mund eines Kindes kann Erwachsene aber auch schon mal ins Stocken bringen.

Wie einem Kind erklären, warum die geliebte Oma nicht mehr da ist? Wie verständlich machen, wie der kleine Bruder in den Bauch und auch wieder heraus kam und wie kindgerecht erklären, dass Mama und Papa nicht mehr miteinander leben wollen? Die heikelsten drei Kinderfragen werden in folgendem Artikel aufgegriffen und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Eltern kindgerecht darauf antworten können.

Warum stirbt jemand?


Früher oder später kommen wohl alle Eltern einmal in diese oder eine ähnliche Situation. Das Kind erlebt den Tod eines Verwandten mit, ein Haustier stirbt oder es findet einen toten Vogel auf der Straße und schon sprudeln die Fragen zum Thema Tod aus ihm heraus. Warum stirbt jemand? Wo geht er nach dem Tod hin? Solche Fragen können Eltern im ersten Moment überfordern und sie dürfen dem Kind ruhig sagen, dass sie einen kleinen Moment Bedenkzeit benötigen, weil diese Fragen gar nicht so leicht zu beantworten sind.

Grundsätzlich gilt, dass Kindern auf diese Fragen ehrlich geantwortet werden sollte. Jedoch sollte die Antwort den Nachwuchs auch nicht überfordern. Der Ratgeber "Warum stirbt man? - Mit Kinderfragen richtig umgehen" weist darauf hin, dass das Alter des Kindes sowie die Erfahrung, welche es schon mit dem Tod gemacht hat, eine entscheidende Rolle bei der Beantwortung dieser Fragen spielen. So sind Kindern im Alter von drei bis vier Jahren die vier Dimensionen des Todes noch nicht begreiflich. Tod bedeutet die Abwesenheit von Leben, der Tod ist nicht rückgängig zu machen, wir alle sterben einmal und es gibt immer einen Grund (zum Beispiel das hohe Alter) warum jemand stirbt.

Für kleine Kinder ist der Tod nicht begreifglich. Die Vorstellung, dass jemand aus ihrem Umfeld oder sogar sie selbst sterben könnten, passt noch nicht in ihr Weltbild. Deshalb gehen Kinder in diesem Alter auch häufig noch recht emotionslos mit dem Tod um.

Eltern sollten sich überlegen, ob sie die Frage aus einem naturwissenschaftlichen Standpunkt oder aus einem religiösen Standpunkt heraus beantworten sollen. Das muss jeder selbst entscheiden. Gerade bei der Frage: "Wohin geht jemand nach dem Tod?" kann der religiöse Ansatz tröstend sein. Doch Eltern sollten ihrem Kind immer sagen, dass es sich dabei um ihren Glauben handelt, andere Menschen einen anderen Glauben haben und das Kind glauben darf, was es möchte. Einfacher ist oft die naturwissenschaftliche Antwort. Frage: "Warum ist der Vogel tot?", Antwort:" Wahrscheinlich hat sein Herz aufgehört zu schlagen, weil er schon sehr alt ist". Zudem ist wichtig, dem Kind nur auf die konkreten Fragen zu antworten und ihm nicht mehr Informationen aufzubürden, als es erfragt hat.

Je emotionaler das Kind auf den Tod reagiert, desto behutsamer können tröstende Vorstellungen des Glaubens in die Erklärung einfließen. Zum Beispiel das die geliebte Oma immer im Herzen ihrer Angehörigen weiterleben wird.

Wo kommen die Babys her?


Der nächste Klassiker unter den heiklen Kinderfragen ist die nach der menschlichen Fortpflanzung. Wurden Kinder früher oft erst mit Eintritt in die Pubertät aufgeklärt, wird heute empfohlen diese Thematik Stück für Stück auch schon in jüngeren Jahren zu vermitteln. Dabei sollte stets wieder das Alter des Kindes Berücksichtigung finden. Am besten wird das Wissen in kleinen Portionen und immer mal nebenbei vermittelt, ohne dass um diese Gespräche ein zu großer Wirbel gemacht wird.
Die Aufklärung beginnt schon mit der korrekten Benennung aller Körperteile, so elternimnetz.de. Es sollte keine Tabuthemen geben und so sollte auch auf neugierige Kinderfragen stets verständnisvoll reagiert werden. Wird ein Thema tabuisiert, vermittelt dies dem Kind, dass es sich um etwas Unerhörtes oder etwas Schlimmes handeln muss. Auch hier ist die naturwissenschaftliche Antwort meist die beste, wenn sie altersgerecht formuliert wird. "Ein Baby entsteht, wenn der Samen des Mannes und die Eizelle der Frau verschmelzen". Das reicht gerade kleinen Kindern meist erst einmal als Antwort. Die technischen Details wollen kleine Kinder meist noch gar nicht wissen. Sollte das Kind doch weiter nachfragen, kann einem kleinen Kind einfach erklärt werden, dass so etwas passiert, wenn zwei Menschen sich sehr lieben und auf spezielle Weise kuscheln. Bei größeren Kindern, etwa im Grundschulalter kann auch weiter ins Detail gegangen werden. Wichtig ist, diese Themen so unaufgeregt wie möglich zu behandeln und nicht mit dem Kind zu schimpfen, selbst, wenn es diese heiklen Fragen an der Supermarktkasse stellt. In diesem Fall dürfen es die Eltern natürlich auf später vertrösten, die Antwort auf seine Fragen, sollte das Kind aber in jedem Fall bekommen. Je älter das Kind ist und je konkreter seine Fragen werden, desto konkreter können und sollten Eltern auch darauf antworten.

Warum zieht Papa aus?


Trennen sich die Eltern oder lassen sich scheiden, beschäftigt das ein Kind sehr. Sensible und ehrliche Antworten auf die kindlichen Fragen sind deshalb essentiell. Auf die Frage: "Warum zieht Papa aus?" können Eltern beispielsweise folgendermaßen antworten: "Papa und Mama haben sich nicht mehr so lieb wie früher und streiten sich deshalb oft. Das tut weh und so ist es besser, wenn Papa und Mama nun in getrennten Wohnungen leben. Aber Papa und Mama haben dich immer lieb und Papa geht nicht weg von dir. Das Verhältnis von Erwachsenen untereinander ist ein anderes, als das von Eltern und Kindern. Erwachsene können sich trennen, aber Papa und Mama werden immer deine Eltern sein und dich immer lieben."
Wichtig ist, komplett auf gegenseitige Schuldzuweisungen zu verzichten. Andernfalls geraten Kinder in einen Loyalitätskonflikt und wissen nicht, zu welchem Elternteil sie halten sollen. Sachliche Antworten können auch hier erstmal eine gute Basis sein. Kinder wollen vor allem wissen, wohin der Elternteil zieht und wie oft sie ihn sehen können.

Besonders heikel wird es, wenn ein Elternteil einen neuen Partner und vielleicht sogar ein neues Kind mit diesem hat. Hat zum Beispiel der Vater eine neue Familie und nur noch wenig Zeit für sein Kind, tut diesem das natürlich sehr weh. Die Mutter kann ihr Kind in solch einem Fall trösten und Verständnis dafür zeigen, dass es ihm schlecht geht. Trotzdem sind auch hier Schuldzuweisungen fehl am Platz. Das Kind muss weiterhin die Möglichkeit bekommen, Papa und Mama gleichermaßen wertzuschätzen. Nach der Trennung sind klare Absprachen und auch das Einhalten dieser entscheidend, damit dem Kind Sicherheit vermittelt wird. Sollte es zu Unstimmigkeiten kommen, können die Eltern dies unter vier Augen besprechen. Viele Kinder sorgen sich auch, dass die Scheidung ihre Schuld sein könnte. Es ist also sehr wichtig, dem Kind immer wieder zu erklären, dass ein Elternteil nicht deshalb auszieht, weil das Kind mal ungezogen war, sondern das Mama und Papa nicht mehr miteinander leben konnten, das Kind jedoch genauso lieb haben wie früher und das das auch immer so bleiben wird.

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