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Versicherungscheck: Welche Versicherungen für Kinder wirklich sinnvoll sind

Versicherungen für Kinder
Bild: fotolia - Friday

Es kann ganz schnell gehen: Papas großer Junge bricht sich beim Fußballspielen ein Bein. Oder die kleine Tochter wird beim Spielen im Gras von einer Zecke gebissen und zieht sich eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung zu. Schnelle und kompetente Hilfe ist angesagt. Aber die kann ganz schön teuer werden - insbesondere wenn sich eine lange Genesungszeit anschließt. Zum Glück gibt es spezielle Kinderversicherungen. Doch nicht alles, was angeboten wird, ist auch wirklich sinnvoll.
Die Versicherungsindustrie hat eine Vorliebe für Paketangebote. Auch für Kinder. Solche Pakete nützen leider nur dem Versicherungsvertreter. Die einzelnen Versicherungssummen sind oft viel zu niedrig. Viele der Paketbestandteile braucht kein Kind. Und schließlich verstoßen Versicherungspakete gegen einen wichtigen Grundsatz: Risikoschutz und finanzielle Vorsorge sollten klar getrennt werden. Versicherungen erzielen meist eine viel geringere Rendite als alternative Anlageformen. Abschlusskosten sowie Provisionen zehren am Zinsertrag.

Bei den Eltern anfangen: Haftpflicht, Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung

Väter sind immer noch meist die Haupternährer in der Familie. Deshalb fängt der beste Versicherungsschutz für die Kids mit der Absicherung der Eltern an. Sollte Papa etwas zustoßen, hilft die Risikolebensversicherung der Familie zunächst über die Runden. Die Versicherungssumme sollte mindestens 100.000 Euro betragen. Wichtig: Alle anderen Versicherungen wollen auch nach dem Tod des Elternteils bedient werden - daher bildet die Lebensversicherung die Grundlage für das finanzielle Überleben der Familie.

Ebenfalls wichtig, aber recht teuer: eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV), die eine dauerhafte Erkrankung des Ernährers abdeckt. Wichtig dabei: Prüfen Sie, in welchen Fällen Sie Leistungen bekommen! Eine BUV ersetzt aber keine Risikolebensversicherung. Absolut notwendig ist eine private Haftpflichtversicherung. Kinder sind meist bis zum Ende ihrer Ausbildung kostenlos bei den Eltern mitversichert.

Private Unfallversicherung: Wichtiger Schutz bei Unfällen

Wenn Kinder toben, dann tun sie das nicht nur auf dem Schulhof oder auf dem Weg zum Kindergarten. Dort sind sie durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Finger werden aber gerne auch in der Freizeit gequetscht und auch Beinbrüche sind im eigenen Garten gar nicht so selten. In diesen Fällen tritt die private Unfallversicherung ein. Tipp: Manche Versicherer integrieren die Kinder kostengünstig in den Vertrag der Eltern.

Invaliditätsversicherung: Krankheitsfolgen absichern

Mindestens genauso wichtig ist eine Invaliditätsversicherung für Kinder. Denn die Folgen einer schweren Krankheit, von Infektionen oder Vergiftungen werden durch eine Unfallversicherung nicht gedeckt, können aber zu bleibenden Behinderungen führen. Die Versicherungssumme sollte ausreichend hoch sein: 500 Euro plus eine Einmalzahlung, etwa für notwendige Umbauten am Haus oder Auto, sind eine gute Grundlage. Mehr ist natürlich besser, allerdings steigen damit auch die ohnehin schon recht hohen Kosten.
Krankenzusatzversicherungen: Purer Luxus

Teuer sind sie nicht, aber sie gehören auch eher zu den Luxusversicherungen. Wer für seine Kinder eine Chefarztbehandlung und den Kostenersatz für Brillen, kieferorthopädische Behandlungen und Zahnersatz versichern will, findet etliche Anbieter auf dem Markt. Unbedingt Leistungen genau vergleichen!

Ausbildungs- und Rentenversicherungen: Braucht kein Kind

Ausbildungsversicherungen für Kinder sind meist nichts anderes als verkappte Kapitallebensversicherungen. Und weil die als Renditekiller bekannt sind, werden ihnen immer wieder neue Kleider angezogen. Faustregel: Geld für die Ausbildung sollte man lieber als Festgeld oder in Investmentfonds anlegen.

Rentenversicherungen für Säuglinge sind ebenfalls ein teures Pokerspiel mit der Zukunft: Ein Vertrag mit einer Laufzeit von 60 oder mehr Jahren ist einfach zu riskant, weil sich Lebensplanung der Kinder und Steuergesetzgebung bis zum Laufzeitende garantiert ändern werden. Der Vertrag bleibt hingegen starr. Zu unflexibel und daher sinnlos.

Christian Mascheck / Aktualisierung: Sven Stemmer

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Kommentare von Lesern:

 
Simeon H., Bonn:
05.10.2014 21:19
Brauche ich eine Risikolebensversicherung, wenn ich eine BUV abgeschlossen habe???
  unmöglicher Beitrag? Bitte melden!
Michael K., Hofheim:
30.07.2011 15:58
Ich arbeite bei einer Versicherung und bin sicherlich kein Verbrecher! Solche Verallgemeinerungen gehen meiner Meinung nach garnicht. Klar, es gibt schwarze Schafe in meiner Branche - aber auch jede Menge Vermittler (Vertreter oder Makler) die eine gute Beratung anbieten. 234,70 Euro im Monat für eine Unfallversicherung ist allerdings ein Hammer. Warum haben Sie den Vertrag nicht widerrufen? Dazu hätten Sie das Recht gehabt.! Falls das nicht mehr machbar ist, würde ich Ihnen empfehlen, sich direkt mit der Versicherungsgesellschaft in Verbindung zu setzen und sich beraten zu lassen, welche Möglichkeiten Sie jetzt haben. Wenn das nichts bringt, gibt es den Ombudsmann. Hierzu stehen Informationen in Ihrem Vertrag oder aber im Internet.
Stefan U., Erlangen:
30.06.2011 22:42
Wenn ich schon höre, mir wurde was aufgeschwatzt....
Einfach mal nein sagen, aber es ist auch immer einfacher die schuld bei anderen zu suchen.

Ausserdem, wer 234,70 € im Monat für eine Unfallversicherung bezahlt, ist schon ziemlich dämlich!!!!!
Monika Poligkeit, Norderstedt:
22.06.2009 20:32
Die Versicherungen sind alle Verbrecher. Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern (2 + 9 Jahre) und habe mit den Versicherungsvertretern schlechte Erfahrungen gemacht. Die sind nur an ihrer Provision interessiert. Richtig beraten wollen sie nicht. Hauptsache es springt ein guter Deal für sie heraus. Man hat mir eine Unfallversicherung aufgeschwatzt für die ich jetzt im Monat 234,70 € zahlen muss. Da bleibt nicht viel Geld zum Leben übrig.

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