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Wenn Arbeit der Gesundheit schadet


Wenn Arbeit der Gesundheit schadetBild: TheSupe87 - Fotolia.com

Lange Arbeitszeiten schaden der Gesundheit und dem Familienleben, so eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Nach 17 Uhr noch schnell einen wichtigen Auftrag erledigen, am Wochenende im Büro vorbeischauen - diese Arbeitsanforderungen sind schädlich für die Gesundheit der Beschäftigten. Die Analys der BAuA mit über 50.000 Teilnehmern ergab: Vor allem Rückenschmerzen und Herzbeschwerden stehen im Zusammenhang mit langen Arbeitszeiten.

Nur ein Zehntel der Teilzeitbeschäftigten mit weniger als 19 Stunden Arbeitszeit pro Woche klagte über Schlafstörungen. Bei den Vollzeitbeschäftigten (bis 44 Stunden) sind es 20 Prozent, bei überlangen Arbeitszeiten mit mehr als 60 Stunden pro Woche schläft über ein Viertel nicht mehr richtig durch. Die Rate steigt, wenn Wochenend- oder Schichtarbeit hinzukommen.

Flexibilität hilft nicht


Auch die vielgerühmte Flexibilität wirkt sich negativ aus: Variable Arbeitszeiten und schlechte Planbarkeit steigert die gesundheitlichen Beschwerden. Die BAuA weist daher darauf hin, dass Arbeitszeitverlängerungen und -flexibilisierungen bestenfalls kurzfristig die Kosten für die Arbeitgeber senken. Steigende Krankenstände würden höhere Lohnkosten schaffen, außerdem sinke die Produktivität.

Auch das Familien- und Sozialleben werde durch lange Arbeitszeiten erheblich belastet, so die Forscher. Die subjektive Einschätzung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwindet mit der Dauer der Arbeitszeit. Auch Gleitzeit würde hier nur minimal helfen.

In der Studie galt das Geschlecht nicht als besonderes Kriterium. Dies muss als Mangel der Untersuchung betrachtet werden. Da vor allem Männer Vollzeit beschäftigt sind, sind sie von den gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen besonders betroffen. In die Diskussion um Gleichstellung sollten diese Ergebnisse daher unbedingt einfließen.

Ralf Ruhl

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