väterzeit.de - Vater sein, Mann bleiben

zur Druckansicht

Bauanleitung: Gartenschaukel selber bauen


Bauanleitung: Gartenschaukel selber bauenBild: väterzeit.de

Seit ihrem ersten Ausflug zum Spielplatz war es für Sabrina der größte Wunsch: Eine eigene Schaukel. Für ihren Vater war schnell klar, es durfte kein 08/15-Modell aus dem Baumarkt sein, sondern ein Produkt der eigenen Kreativität. Nur: Wie anfangen, wenn man eine Gartenschaukel selber bauen will?

Der geeignete Standort


Was einfach aussieht - ein Gestell, eine Kette und ein Sitz - hat einige Tücken. Vor allem birgt die Schaukel Gefahrenquellen, die es zu minimieren gilt. Jedenfalls ist die Schaukel kein Spielgerät, das man mal schnell zusammen knotet und an den erstbesten Balken hängt.

Beginnen wir also mit der Suche nach dem geeigneten Platz. Gibt es einen Hof oder sogar einen Garten? Wie groß ist die Grundfläche, die für den Bau zur Verfügung steht? In jedem Fall solltet ihr einen möglichst schönen Ort aussuchen, denn schaukeln bedeutet träumen, Spaß und gute Laune haben. Und der Platz sollte gut einsehbar sein von der Terrasse oder vom Fenster aus. Hindernisse wie Mauern, Bäume, Sträucher, Wäscheleinen oder sonstige Gefahrenquellen sollten seitlich mindestens ein Meter, in Schaukelrichtung mindestens drei Meter entfernt sein. Und der Boden unter der Schaukel sollte möglichst weich sein, es empfehlen sich Sand- oder Rasenflächen, im Innenbereich oder auf hartem Grund sollten Sie weiche Matten unter die Schaukel legen.

Gefahren vermeiden


Die größte Gefahr liegt darin, dass das Gestell dem Gewicht nicht standhält. Denn das bemisst sich nicht allein aus den 15, 20 oder 30 Kilo, die euer Kind auf die Waage bringt. Kalkuliert bei der Planung ruhig mit ein, dass auch mal ein Erwachsener auf der Schaukel Platz nimmt. Nicht wenige Eltern erinnern sich plötzlich an die Begeisterung, mit der sie als Kind schon geschaukelt haben und wollen natürlich mehr...

Beim Schaukeln entsteht eine Schub- und Fliehkraft, die das Gewicht der Spielenden um ein Vielfaches übertreffen kann. Wer also an der Grundkonstruktion oder am Fundament spart, dem kann es schnell passieren, dass das ganze Gestell umfällt.

Die Grundkonstruktion


Wir beginnen mit der Grundkonstruktion. Denk daran, dass die Schaukelfüße im Erdreich trocken bleiben, um sie gegen Fäulnis zu schützen. Und achte auf einen sicheren und festen Stand! Schachte für das Fundament im Abstand von jeweils zwei Metern mindestens 40, besser 60 cm tiefe Löcher aus. Die Löcher bilden in ihrer Verbindung ein gedachtes Quadrat. Füll die Löcher auf 10 cm mit Rollsplitt aus, damit von unten keine Feuchtigkeit an das Holz kommen kann.

Das Gestell


Nun an das Gestell: Du benötigst für die Füße vier Rundbalken mit einem Durchmesser von 12 cm und einer Länge von 3 Metern. Jeweils zwei Rundbalken mit einem Abstand am Fuß zueinander von zwei Metern so zueinander legen, dass sie sich bei 2,50 Meter kreuzen. Dort verschraubst du beide jeweils mit den Gewindebolzen und Muttern. Zur Stabilisierung schraub dann in gleicher Weise die Balken zwischen diese V-förmige Konstruktion, so dass sie ein "A" bilden. Dasselbe wiederhole für die andere Seite.

Die Querstange


Jetzt geht es an die Querstange. Befestige die Schaukel-Aufhängungen in der Mitte der Stange so, dass ihr Abstand mindestens der Breite des Sitzes entspricht. Der optimale Abstand der Aufhängepunkte errechnet sich aus der Schaukelbreite + 10 Prozent der Abhänghöhe. Keinesfalls dürfen die Abstände der Aufhängepunkte enger beieinander liegen als der Schaukelsitz breit ist. Unbedingt notwendig ist eine TÜV-geprüfte Aufhängung aus dem Baumarkt, die wie die Balken, mit Gewindebolzen oder Schlüsselschrauben befestigt wird, also durch den gesamten Balken reicht und auf der Rückseite festgeschraubt wird. Die im Baumarkt erhältlichen Schaukelhaken, die nur in den oberen Balken eingedreht werden, sind allenfalls in trockenen Wohnräumen tauglich, nie aber im freien Gelände!

Die so fertig gestellte Querstange verschraub dann in gleicher Art und Weise mit den A-förmigen Seitenteilen. Leg die Stange dabei auf das Kreuz, das die beiden Rundbalken jedes Seitenteils bilden und befestige sie unbedingt an allen vier Balken.

Das Aufstellen


Die Holzfüße umwickel sicherheitshalber mit Baustahlgewebe, um sie vor Fäulnis zu schützen. Nun füll die Löcher mit Fertigbeton bis mindestens etwa 10 cm unterhalb der Oberfläche. Jetzt erst richtest du das gesamte Gestell auf und stellst es in die Löcher. Überprüf mit einer Wasserwaage, ob die Konstruktion auch gerade im Beton steht. Die restliche Höhe wird später mit Rollsplitt oder Sand aufgefüllt.

Der Beton muss mindestens 24 Stunden aushärten - je nach Sandanteil auch deutlich länger. Genug Zeit, um sich dem Sitz zu widmen. Fertigsitze gibt es im Baumarkt. Ihr Vorteil: Auch sie sind TÜV-geprüft und müssen nur noch in die Ketten bzw. Seile eingehängt werden. Für die Marke Eigenbau empfiehlt sich ein starkes Brett, das du an seinen vier Ecken durchbohrst. Dreh nun Schlüsselschrauben mit Stahlring-Endung in die Löcher und kontere sie von unten mit Muttern. Nun verbinde die Ketten bzw. Seile mit entsprechenden Haken an dem Sitz. Die jeweils zwei Ketten / Seile pro Seite werden in etwa 30 cm Höhe zu einer Kette / einem Seil zusammengeführt. Auch hier unbedingt auf eine stabile Montage achten!

Sicherheit und Stabilität prüfen


Überprüf vor der Freigabe unbedingt mehrmals die Stabilität der Schaukel! Möglichst durch Fachleute oder - um sicher zu gehen - durch den TÜV. Beobachte während der ersten Tage die Kinder beim Schaukeln - so stellst du schnell fest, welche Belastungen beim Spiel entstehen und ob die Konstruktion hält oder nachgerüstet werden muss.

Viel Arbeit liegt hinter dir und viele Gedanken um die Sicherheit. Doch dann bist du für deine Kinder der König der Lüfte.

Stephan Günther

Kommentar zu diesem Thema schreiben:

Name, Ort:
Mein Kommentar:

Kommentare von Lesern:

 

zur Druckansicht