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Drachen selber bauen und steigen lassen


Drachen selber bauen!Bild: hannesther@photocase.com

Einen Drachen selber bauen ist ein herrliches Vergnügen für Vater und Kinder, aber keineswegs Kinderkram: Drachen selber zu bauen und steigen zu lassen hat sich schon viele Jahre zu einem ernsthaften Hobby entwickelt, dem auch eine wachsende Anzahl erwachsener Leute frönt.

Der Herbst ist die traditionelle Jahreszeit um Drachen selber zu bauen. Das liegt wohl darin, dass dann auch im Binnenland genügend Wind vorhanden und auf den Stoppelfeldern auch Platz da ist. An der Küste jedoch sieht man die bunten Flugobjekte die ganze Saison über, denn da ist ja auch fast immer Wind und genug Platz am Strand. Auch ist ja im Urlaub meist mehr Zeit zum Drachen selber bauen.

einen Drachen selber bauen: SkizzeBild: väterzeit.de

Einen Drachen selber bauen


Obwohl man aus Drachenbau und -flug eine wahre Wissenschaft und Kunst machen kann, ist der Einstieg gar nicht so schwierig. Ein Papierdrachen wie in der gezeigten Skizze ist schnell und für wenig Geld gebaut. Aus Packpapier und etwas kräftigeren Stäben entsteht ein Drachen für etwas mehr Wind, für weniger Wind nimmt man leichteres Papier und zierlichere Stäbe. Größere Kids kriegen so einen einfachen Drachen durchaus alleine hin, so dass Vater und Kind(er) jeweils einen eigenen bauen können.

Das Gerüst macht man aus zwei möglichst leichten Leisten oder Rundstäben, die man zu einem Kreuz zusammenbindet. Die Verhältnis von Breite zu Höhe h:b kann dabei etwa 15:18 oder 4:5 sein, beispielsweise 75 auf 90 oder 80 auf 100 Zentimeter. Der Querstab wird dabei etwa auf 4/5 der Länge des Längstabes befestigt. Außen herum führt man eine Verspannung, notfalls aus Drachenschnur, besser ist etwas dickere aber leichte Schnur, damit das Papier nicht zerschnitten wird.

Die Waage - ausbalancieren ist wichtig!


Damit hat man bereits die äußeren Umrisse des Drachens. Die genaue Form ist nicht so entscheidend, nur symmetrisch sollte sie sein, damit sich der Drachen leicht ausbalancieren lässt. Die Waagschnur sollte etwa 1,5 mal so lang sein wie der Drachen hoch ist, plus einer Zugabe für die Knoten. Sie wird oben und unten am Längsstab angeknotet, nach dem man einen kleinen (Schlüssel-)Ring eingeknotet hat. Das macht man am besten mit einem Webeleinenstek, damit man ihn zum Ausbalancieren verschieben kann.

Das Kreuz mit der Verspannung nimmt man auch gleich als Schablone für die Papierbespannung. Man legt es einfach auf den Bogen Papier und schneidet mit einer kleinen Zugabe zum Verkleben rundherum. Dann schlägt man den Überstand um die Schnur der Verspannung (Ecken dabei einschneiden und eventuell mit passenden Papierstückchen aufdoppeln) und klebt ihn fest.

Grob ausbalanciert wird der Drachen, indem man den Ring in der Waagschnur so verschiebt, dass der Drachen daran im Gleichgewicht hängt. Die Feineinstellung nimmt man bei den ersten Flugversuchen vor. Unten bindet man den Schwanz an, der aus einer Schnur mit eingeknoteten Papierstreifen oder aus einem Band besteht. An die Drachenschnur knüpft man einen kleinen Karabinerhaken, am besten einen mit Wirbel, mit dem man sie am Ring in der Waagschnur einhängen kann. Der Schwanz hilft, den Drachen beim Flug zu stabilisieren.

Stoff- oder Foliendrachen


Ein Papierdrachen ist meist mehr oder weniger irreparabel hinüber, wenn er einmal richtig abstürzt. Und dann gibt es Tränen. Ein Stoffdrachen überlebt das problemlos; selbst wenn einmal ein Stab bricht, ist er leicht zu ersetzen. Wer ein bisschen nähen kann, kann auch einen solchen robusten Flieger selbst machen. Die Verspannung entfällt hier, denn deren Rolle übernimmt der Saum des Tuches. Die Stäbe werden in kleine Taschen gesteckt, die an den Enden angenäht sind.

Für einen Stoffdrachen nimmt man am besten Stäbe aus Karbonfasern und macht den Querstab etwas länger, dass er einen Bogen bildet und das Tuch spannt. Dieser Bogen wird mit einer am Drachentuch angenähten Schlaufe in der richtigen Lage gehalten.

Natürlich kann man so einen Stoffdrachen auch fertig kaufen, die einfachen Modelle sind nicht furchtbar teuer, fliegen oft sehr gut und halten viele Jahre. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Drachen eine Waagschnur hat und nicht stattdessen ein großes Stoffdreieck mit einer Öse. Durch Einstellen des Angriffspunktes der Schnur an der Waagschnur kann man nämliche praktisch jeden Drachen zum Fliegen bringen, auch wenn er von Hause aus zunächst nicht will.

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