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Schwangerschaftstest – Ein Blut- oder Urintest klärt die Frage: „schwanger oder nicht schwanger?“


Wie funktioniert ein SchwangerschaftstestBild: lexandr-fotolia.com

Schwangerschaftstests sind Auslöser von nachdenklichen Gesichtern, Jubelschreien und erleichterten Seufzern. Egal welche Konsequenzen das Testergebnis hat: Es ist ein verbindendes Erlebnis, gemeinsam die Färbung des Teststreifens zu beobachten und mit laut pochendem Herz das Ergebnis abzuwarten.

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?



Sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat, gibt der Mutterkuchen das schwangerschaftserhaltende Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) ab. Das Hormon hCG kommt ausschließlich während der Schwangerschaft vor. Im Blut ist das Hormon bereits 6 bis 9 Tage nach der Zeugung nachweisbar. Mit einem Urintest dauert es normalerweise bis zu 14 Tage, bis ein messbares Ergebnis vorliegt. 

Der Test kontrolliert dabei das Vorhandensein des Hormons. Zeigt der Schnelltest zwei parallele rote Linien, ist der Schwangerschaftstest positiv. Dabei spielt es keine Rolle, ob die zweite Linie sehr deutlich oder nur schwach zu erkennen ist. Herzlichen Glückwunsch! Du bist schwanger.

Wie sicher ist ein Urintest?


Klinische Studien haben belegt, dass der handelsübliche Schwangerschaftstest mit über 95% Ergebniszuverlässigkeit sehr sicher ist. Dennoch kann es in extrem wenigen Fällen zu Fehlnachweisen kommen. 


Keimzelltumore in den Fortpflanzungsorganen der Frau bilden unter bestimmten Bedingungen ebenfalls das Hormon hCG. Ein weiterer Grund ist eine Fehlbildung der Fruchtanlage, die zum unbemerkten Abgang der Frucht führt, wobei dennoch das Schwangerschaftshormon nachgewiesen werden kann. Experten empfehlen daher, einen Test, ob positiv oder negativ, durch einen Arzt bestätigen zu lassen.

Test positiv, Test negativ – mögliche Gründe

Ein positiver Test kann auch andere Ursachen haben:
  • Fehlerhafte Anwendung oder Defekt des Tests
  • Keimzelltumore produzieren bestimmte Hormone und treiben den hCG-Wert unnatürlich in die Höhe
  • Eileiterschwangerschaften täuschen zunächst eine normale Schwangerschaft vor. Der hCG-Wert steigt anfänglich an, erhöht sich im weiteren Verlauf jedoch kaum und sinkt auch nicht mehr ab.
(Eine Eileiterschwangerschaft ereignet sich außerhalb des Uterus. Die befruchtete Eizelle bleibt im Eileiter regelrecht stecken. Sie kommt nicht weiter und erreicht die Gebärmutter nie. Eine Eileiterschwangerschaft ist gefährlich, denn der Fetus kann nicht heranreifen. Eine Rettung der Leibesfrucht ist nicht möglich.)
Ein negatives Testergebnis:
  • Es liegt keine Schwangerschaft vor – zum Beispiel: verspätete Periode aufgrund Hormonstörungen (unbedingt vom Arzt kontrollieren lassen!)
  • Der Test wurde zu früh durchgeführt. Das hCG-Hormon ist noch nicht nachweisbar.
  • Ein Anwendungsfehler oder ein Defekt des Teststreifens liegen vor – Gegentest oder Arztbesuch!
Anmerkung: Im Labor wird die genaue hCG-Konzentration aus einer Blut- oder Urinprobe der Mutter bestimmt. Ein hCG-Wert deutlich über 10 IU/l (= International Units pro Liter) spricht klar für eine Schwangerschaft.

Wann macht ein Urintest Sinn?



Stellen sich nach einem Geschlechtsverkehr Hinweise auf eine Schwangerschaft ein, wird von Frauenärzten die Anwendung eines Schwangerschaftstests empfohlen. Mögliche Schwangerschaftsanzeichen können dabei sehr individuell ausgeprägt sein. Oft kommt es am Morgen zu einem Ziehen in den Brüsten. Übelkeit und Erbrechen können erste Anzeichen der hormonellen Umstellung des weiblichen Körpers sein. Selten bleiben Schwangerschaftsanzeichen unbemerkt oder bleiben gänzlich aus.

Ein relativ sicheres Testergebnis bekommst du frühestens 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle, also spätestens 2 Tage nach Ausbleiben der monatlichen Regelblutung der werdenden Mutter. Dann ist ein hCG-Wert entsprechend sicher nachweisbar. Zusätzlich gibt es sogenannte Schnelltests auf dem Markt. Diese sollen laut Hersteller bereits wenige Tage nach der Befruchtung der Eizelle ein Ergebnis liefern können. Diese Tests werden sensibler auf das hCG eingestellt und weisen somit kleinste Mengen des Hormons nach. Nachteil der Schnelltests ist eine höhere Fehlerquote. 

Schwangerschaftstest-Anwendung



Frauenärzte empfehlen den Schwangerschaftstest morgens durchzuführen. Der Morgenurin enthält die höchste Konzentration an hCG. Die Handhabung ist ganz einfach. Die Frau hält das Stäbchen oder den Teststreifen in den Urinstrahl. Alternativ kann sie den Urin auch in einem Gefäß sammeln. Nach wenigen Minuten sollte sich eine Reaktion, je nach Hersteller meist ein zweiter roter Strich oder ein Pluszeichen, auf dem Stäbchen zeigen.



Ein Frauenarzt hat die Möglichkeit, das Testergebnis mit einem Bluttest zu verifizieren. Wenn du dir nicht sicher bist, ob seit der Zeugung bereits zwei Wochen verstrichen sind, solltest du den Schnelltest auf jeden Fall zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen. Eine Ergebniszuverlässigkeit des Schwangerschaftstests von über 95% wird nur dann erreicht, wenn die Befruchtung mindestens 14 Tage zurückliegt! 

Wo kann ich den Schwangerschaftstest kaufen und was kostet er?


Einen Urin- oder auch Stäbchentest erhältst du in Apotheken, Drogerien oder auch in Kaufhäusern rezeptfrei. Die Preise liegen zwischen 5 und 20 Euro. Die Zahl der Hersteller ist sehr groß. Viele Hersteller locken mit mehreren Tests in einem Paket. Eine unabhängige Prüfung mehrerer Schwangerschaftstests findest du auf Ökotest.

Bluttest und Urintest in der Frühschwangerschaft


In den ersten fünf Schwangerschaftswochen liegt die Hormonkonzentration im Urin oftmals noch unter der Nachweisgrenze des Urintests. Ein Bluttest beim Frauenarzt zeigt eine mögliche Schwangerschaft wesentlich genauer an. Bereits neun bis zehn Tage nach der Empfängnis ist das hCG-Hormon im Blutserum feststellbar. Gewissheit über eine intakte Schwangerschaft liefert eine abschließende Ultraschalluntersuchung. Ab der fünften bis sechsten Woche erkennt das geschulte Auge des Arztes Fruchthöhle und Frucht. Jetzt bekommt die werdende Mutter ihren Mutterpass!

Schwangerschaftstest-Alternative: Historisch und kurios



Bis in die 60iger Jahres des vorigen Jahrhunderts übernahmen afrikanische Krallenfrösche die Funktion des Stäbchentests. Bei dem auch als Froschtest bekannten Vorgang wird einem Frosch Urin injiziert. War der Urin von einer Schwangeren, begann der Frosch wenig später zu laichen. Der Test funktioniert natürlich nur, wenn man Frösche in seiner Nähe duldet.

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