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Eisprung, Befruchtung, Einnistung: Wie die Schwangerschaft im Körper deiner Partnerin beginnt


Nach Eisprung und vor Einnistung dringt Spermium in Eizelle einBild: geralt@pixabay.com

Nach dem Eisprung (Ovulation) und der Befruchtung erfolgt die Einnistung, auch Nidation genannt. Die Einnistung bezeichnet die Festsetzung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut. Ist die Einnistung vollzogen, beginnt die eigentliche Schwangerschaft, die sich dann auch hormonell nachweisen lässt.

Eisprung und Einnistung – kleine Schritte zur Schwangerschaft


Mutter Natur hält ganz eindeutige Vorgaben parat: Am Anfang war der Eisprung – und dann die Befruchtung der Eizelle (Oozyte). Falls du den Zeitpunkt deines Eisprungs nicht kennst, kannst du mit unserem Eisprungkalender ganz einfach deinen Eisprung online berechnen.

Eisprung: Was passiert im Körper?


Was ist der Eisprung? – Ab dem 1. Zyklustag (also ab dem 1. Tag der Regelblutung) fördert das sog. follikelstimulierende Hormon (FSH) das Heranreifen von ca. 15-20 Eibläschen (Follikel) im Eierstock. Meist nur ein Follikel entwickelt sich dabei zum „sprungreifen“ Follikel (sog. Graaf-Follikel), aus dem heraus der Eisprung erfolgt.

Ungefähr in der Mitte des Monatszyklus einer Frau (genauer: ca. 12 bis 16 Tage vor der nächsten Menstruation) wird eine reife Eizelle aus einem Follikel in einem der beiden Eierstöcke in den Eileiter abgesondert – dieser Prozess wird Eisprung oder Ovulation genannt.

Wie wird die Ovulation ausgelöst? – Durch einen starken Anstieg des sog. luteinisierenden Hormons (LH) wird die Ovulation in Gang gesetzt. Der weibliche Körper produziert vor dem Eisprung-Tag größere Mengen an Östrogen; die erhöhte Östrogenkonzentration sorgt für die Erhöhung des LH-Levels. Der LH-Anstieg ist somit ein zuverlässiges Anzeichen für eine hohe Fruchtbarkeit.

Eisprung: Was passiert dabei genau? – Das im Eierstock gereifte Eibläschen, das die „sprungreife“ Eizelle umgibt, platzt auf. Die Eizelle wird aus diesem reifen Follikel gespült und vom Eileiter aufgenommen. Dort wandert die Eizelle hinab bis zur Gebärmutter, aus der sie während der nächsten Menstruation ausgestoßen wird – falls keine Befruchtung durch ein Spermium stattfindet.

Eisprung: Wann findet er statt?


Die Dauer des Zyklus ist von Frau zu Frau unterschiedlich und beträgt zwischen 21 und 35 Tage (durchschnittlich 28 Tage). Wie erwähnt, findet der Eisprung etwa um die Mitte des Zyklus statt – 12 bis 16 Tage vor der nächsten Periode.

In der ersten Zyklushälfte (auch Follikelphase genannt) reift nach den Tagen der Regelblutung unter dem FSH-Einfluss eine neue Eizelle in einem der zwei Eierstöcke heran. Zudem bereitet das Sexualhormon Östrogen die Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Das luteiniserende Hormon löst am Ende der ersten Zyklushälfte den Eisprung aus.

Der Eisprung leitet also die zweite Zyklushälfte (auch Gelbkörperphase oder Lutealphase genannt) ein. In diesen 14 Tagen stimuliert das Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) die Gebärmutter für eine mögliche Schwangerschaft. Der Progesteron-Pegel steigt also kurz nach dem Eisprung sprunghaft an, wodurch die Körpertemperatur ansteigt.

Wie lange dauert der Eisprung? – Beim eigentlichen Eisprung handelt es sich um einen kurzen Vorgang: Er beschreibt den Moment des Follikel-Platzens und der Freigabe der Eizelle in den Eileiter.

Nach dem Eisprung schwanger werden? – Eine reife Eizelle etwa einen ganzen Tag lang befruchtungsfähig. Spermien allerdings können bis zu 5 Tage im weiblichen Körper überleben und „warten“. Habt ihr also ungeschützten Geschlechtsverkehr in diesem Zeitraum vor bzw. um den Eisprung herum, ist die Chance auf eine Empfängnis hoch: Die männlichen Spermien können in die reife, „gesprungene“ Eizelle eindringen und somit die Oozyte befruchten.

Einnistung nach der Befruchtung


Ja, und wann ist es mit der Einnistung soweit? Ist die Eizelle im Eileiter befruchtet, handelt es sich noch nicht um eine abgeschlossene Schwangerschaft. Dafür muss die Eizelle nämlich erst in die Gebärmutter wandern und sich dort in der Gebärmutterschleimhaut festsetzen bzw. "einnisten". Durch wellenförmige Kontraktionen und die Bewegung kleiner Flimmerhärchen wird die Eizelle durch den Eileiter transportiert. An der Gebärmutterhöhle angelangt, kann die Einnistung beginnen.

Was passiert bei der Einnistung?


Auf dem Weg zur Nidation: Noch am gleichen Tag, an dem die Verschmelzung und der Weg zur Einnistung stattfinden, beginnt auch die Zellteilung. Hierbei werden die Zellen zunächst immer kleiner, weil sich das Zellmaterial nicht vermehrt. All diese Zellen tragen jedoch vollkommen identische Erbinformationen in sich. Das heißt, dass sich aus jeder dieser Zellen prinzipiell ein Mensch entwickeln könnte.

Etwa vier bis fünf Tage nach der Befruchtung umfasst die befruchtete Eizelle 32 bis 64 Zellen. Daraufhin fangen die Zellen an sich voneinander zu differenzieren und zu spezialisieren. An diesem Punkt gelangt die befruchtete Eizelle, die in diesem Stadium Blastozsyste genannt wird, in die Gebärmutterhöhle, wo sie sich einen Tag später an die Gebärmutterschleimhaut anhaftet. Hier dringt sie in die Schleimhaut ein und ist schon wenige Tage darauf vollkommen darin eingebettet und in 100 Zellen geteilt.

Diesen gesamten Prozess, vom Anheften bis zum vollständigen Einbetten in die Gebärmutterschleimhaut bezeichnet man als Einnistung.

Einnistung: Anzeichen


Die Einnistung fühlen? Tatsächlich können das einige Frauen, weil sie ein Ziehen im Unterleib spüren. Dieses Symptom wird auch Einnistungsschmerz genannt. Oder es ist eine kleine Schmierblutung (Einnistungsblutung) feststellbar.

Einnistungsblutung erkennen und von Periodenblutung unterscheiden



Bei einigen Frauen tritt mit dem Zeitpunkt der Einnistung eine Blutung auf, die sehr schwach ist. Diese bezeichnet man als Einnistungsblutung. Man vermutet, dass diese Blutung in jeder Schwangerschaft auftritt, aber nur bei dreißig Prozent der Schwangeren auch äußerlich sichtbar wird. Wie kann man dieses unscheinbare Geschehen bemerken und von der üblichen Periodenblutung abgrenzen?

Die Einnistungsblutung fällt wesentlich schwächer aus als die Monatsblutung, was sich auch in Farbe und Form des Ausflusses bemerkbar macht. Der Ausfluss ist meist hell rötlich bis leicht braun und hat die Form von Tropfen oder Schlieren. Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass die Blutung, die mit der Einnistung der Eizelle einhergeht, nicht stärker wird und auch zu einem früheren Zeitpunkt im Zyklus eintritt als die Monatsblutung.

Auch wenn das einige Anhaltspunkte sind, an denen man sich orientieren kann, ob es sich um eine Blutung handelt, die eine Schwangerschaft anzeigt, so versprechen sie doch keine Sicherheit. Eine Schwangerschaft ist erst dann wahrscheinlich, wenn sich andere typische Anzeichen andeuten, die Periode ausbleibt und der Schwangerschaftstest positiv ausfällt.

Beginn der Schwangerschaft: Das Hormon HCG zeigt die Schwangerschaft an


Von dem gesamten, bisher abgelaufenen Einnistungsprozess bemerken die meisten Frauen wenig – viele nehmen keine Einnistungsanzeichen wahr. Im Normalfall ist die Nidation am 22. bis 23. Tag des Zyklus abgeschlossen, sodass noch 5 bis 6 Tage bis zum Ausbleiben der Periodenblutung verbleiben.

Ist die Einnistung vollendet, hat die eigentliche Schwangerschaft begonnen, sodass der Körper nun erste Hormon-Signale aussendet. Das Hormon HCG sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt und nicht abgestoßen wird, wie es sonst im Verlauf der Menstruation der Fall wäre. Dieses Hormon ist es auch, dass durch einen Schwangerschaftstest im Urin oder Blut nachgewiesen werden kann und somit die Schwangerschaft bestätigt.

Die endgültige und sichere Feststellung einer Schwangerschaft kann aber nur vom Arzt getroffen werden.

Text: Joschka Riedel

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