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Väter im Stress


Väter im StressBild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Familienernährer, guter Vater, gefühlvoller Partner - aktive Väter müssen heute alles sein. Daher fühlen sich Väter im Stress und haben vor allem wegen der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesundheitliche Probleme, wie eine aktuelle Studie belegt.

Väter stehen unter hohem Erwartungsdruck: Sie wollen und sollen möglichst zu gleichen Teilen die Familienarbeit übernehmen, aber trotzdem der alten Rolle als Familienernährer gerecht werden. Auch ihre Partnerinnen verlangen Gegensätzliches: Sensibilität und positive Emotionen, gleichzeitig aber auch Durchsetzungsvermögen und Stärke. Daran drohen die Väter manchmal zu zerbrechen, wie eine qualitative Studie von Janna Stern und Nicole Tempel von der Landesvereinigung Gesundheit Bremen herausfanden.

Massive Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung, wenn Männer ihre Arbeitszeit reduzieren wollen. Eher selten kommen hier die Arbeitgeber den familiären Erfordernissen ihrer Mitarbeiter entgegen. Wenn sie das tun, empfinden die Väter beispielsweise eine Reduzierung der Arbeitszeit als Privileg. Ihrer finanziellen Verantwortung für die Familie sind sie sich bewusst, weswegen sie betonen, dass dies nur für Gutverdiener eine Alternative darstellt. Insbesondere im ländlichen Raum fehlende Betreuungseinrichtungen erschweren die Situation.

Männer in Wut


Eigentlich logisch, dass sie von "permanentem Stress" sprechen und "unter Druck stehen". Viele fühlen sich überfordert, "müssen funktionieren". Was zu Ungeduld mit Kind und Partnerin, aber auch zu Wutausbrüchen führen kann. Dem begegnen die meisten, indem sie ihre körperlichen Aktivitäten einschränken, vor allem weniger Sport treiben oder kaum noch spazieren gehen. Der Alltag wird punktgenau organisiert, oft geben sich die Eltern die Klinke in die Hand. Gesundheitliche Folgen: Schlafmangel, Unkonzentriertheit, Kopf- und Magenschmerzen sind die häufigsten körperlichen Symptome.

Dennoch wird die Familie, wird der Kontakt zu den Kindern als sinnstiftend erlebt. Beruf und soziales Umfeld sind für sie Ressourcen, die ihnen helfen, mit dem Stress umzugehen. Da auch die Kinder in ihren jüngsten Jahren krankheitsanfällig sind, beschäftigen sich die Männer häufiger und intensiver mit dem Thema "Gesundheit" - das habe einen "protektiven Einfluss", so die Autorinnen.

Ralf Ruhl

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