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Jens Janson: Bessere Verteilung von Erwerbs- und Hausarbeit


Geld für Familien ist immer eine prima Sache. Sie verdienen jede Unterstützung bei zwei wichtigen Aufgaben: jedem einzelnen Kind die bestmöglichen Lebensbedingungen zu bieten und der Gesellschaft selbständige und kooperationsfähige neue Mitglieder heranzuziehen.

Ein väterpolitisches Ziel lautet: Väter sollten mehr Zeit für Kinder zur Verfügung haben. Das bedeutet eine bessere Verteilung von vernünftig bezahlter Erwerbsarbeit für Väter und für Mütter. Dabei hilft das Betreuungsgeld wohl kaum. Höchstens wenn eine Tagesmutter oder ein Tagesvater mit dem Geld finanziert wird.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen setzt das Betreuungsgeld ein falsches Signal, denn es erweckt den Eindruck, es stelle eine Unterstützung dafür dar, auf einen Kita-Platz zu verzichten. Das heißt: Es ist besser fürs Kind, wenn die Mutter zuhause bleibt - mit allen Folgen für die eigene Erwerbsbiographie. Zum zweiten fehlen ohnehin Mittel für die dringend erforderliche Qualitätssteigerung in den Kitas für alle Kinder (über und unter Drei) sowie für eine Absenkung der Elternbeträge. Eine wirklich gute Kita-Betreuung wäre für die Entwicklung von Kindern eher förderlich. Und: es ist ungerecht, dass leer ausgeht, wer ALG II bezieht. Vor diesem Hintergrund liegt der Verdacht nahe, dass das Betreuungsgeld im Endeffekt vor allem eins darstellt: Ein wahltaktisch kalkuliertes Geschenk für relativ gut verdienende, konservative Elternpaare.


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