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Eisprung bestimmen: 3 Methoden


Eisprung bestimmen über KalenderBild: ©ulleo@pixabay.com

Paare mit Kinderwunsch können sich auf ihr Glück verlassen. Oder sie können die fruchtbaren Tage mithilfe verschiedener natürlicher Methoden messen. Wir stellen dir die bekanntesten Messungen und Anzeichen vor.

Kalendermethode – in der Zyklusmitte entspringt das Ei


Wenn du deinen Eisprung ermitteln möchtest, gelingt das mit unserem Väterzeit-Eisprungkalender ganz leicht; aber es gibt auch noch andere Methoden der Eisprungbestimmung.

Eine recht einfache Art, um den Eisprung zu erkennen, ist die sogenannte Kalendermethode. Anhand der wahrscheinlichen Zyklusdauer werden hierbei die fruchtbaren Tage ermittelt. Der Eisprung erfolgt ungefähr in der Mitte des weiblichen Zyklus, meist etwa 14 Tage vor der nächsten Menstruation. Woran liegt das? Der weibliche Zyklus lässt sich in zwei Phasen einteilen. Phase 1 ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich und umfasst den Abschnitt vom ersten Tag der Periode bis zum Eisprung. Phase 2 beginnt nach dem Eisprung und endet am letzten Tag vor der nächsten Regelblutung. Diese Phase dauert bei den meisten Frauen zuverlässig 14 Tage. Hast du z.B. einen Zyklus von 30 Tagen, wird der Eisprung wahrscheinlich am 16. Tag erfolgen. Sind es nur 28 Tage, fällt der fruchtbare Zeitpunkt auf den 14. Tag.
Mindestens sechs Monate lang sollten Frauen ihren Zyklus beobachten, um die durchschnittliche Länge bestimmen und daraus den Eisprung-Zeitpunkt ableiten zu können. Doch selbst nach dieser Protokollierung ist die Kalendermethode eher unzuverlässig. Denn der Zyklus kann bei jeder Frau von Monat zu Monat schwanken, Krankheiten oder Stress (etwa durch Reisen) können zusätzlich auf ihn einwirken und die fruchtbaren Tage so verschieben.

Temperaturmethode – über die Aufwachtemperatur den Eisprung erkennen


Während des Zyklus ändert sich bei den meisten Frauen die Körpertemperatur. Zu Beginn der zweiten Zyklusphase steigt die Temperatur um etwa 0,3 bis 0,5 Grad Celsius. Die sogenannte Basaltemperaturmethode beruht auf der kontinuierlichen Messung der Körpertemperatur.

Die Erhöhung der Temperatur geht leider nicht genau mit dem Eisprung einher, der findet nämlich bereits ein bis zwei Tage vorher statt. Um den Temperaturunterschied zu bemerken, müssen Frauen regelmäßig vor dem Aufstehen (direkt nach dem Aufwachen), täglich zur gleichen Zeit und mindestens drei Minuten lang ihre Temperatur messen. Thermometer und Messpunkt sind frei wählbar (am besten in der Vagina oder im After) und sollten, einmal gewählt, gleich bleiben, um die Messergebnisse nicht zu verfälschen. Nach dem Messen tragt ihr die Werte in ein spezielles Kurvenblatt ein. Im Verlauf mehrerer Monatszyklen lässt sich anhand der Kurven der Eisprung feststellen; er markiert den Zeitpunkt ein oder zwei Tage vor der Temperaturerhöhung.

Studien bescheinigen der Temperaturmethode eine Trefferquote von 57 bis 70 Prozent. Dass auch diese Methode nicht hundertprozentig genau ist, liegt vor allem daran, dass Infekte, Alkoholkonsum, Medikation oder unregelmäßiger Schlaf die Körpertemperatur beeinflussen können – zusätzlich zu den ohnehin möglichen Zyklusschwankungen.

Interview mit einem Kinderwunsch-Experten

Nur acht Prozent der Deutschen entscheiden sich bewusst gegen eigene Kinder, die meisten wünschen sich Nachwuchs. Dabei hat jedes zehnte Paar Probleme, auf natürlichem Weg Kinder zu kriegen. Bevor sich Mann und Frau aber einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, können sie einiges tun, um eine Schwangerschaft zu fördern: Neben einem gesunden Lebensstil, Akupunktur, TCM oder einer Hormontherapie sind heute Zyklus-Apps weit verbreitet. Mit ihnen soll es angeblich besonders einfach sein, die fruchtbaren Tage im Zyklus zu bestimmen. Dr. Georg Döhmen, Gynäkologe im Kinderwunschzentrum pro-Kinderwunsch in Mönchengladbach, gibt im Interview Antworten auf vier wichtige Fragen.

Schleimmethode – Zervixschleim beobachten


Innerhalb des Gebärmutterhalses befinden sich Drüsen, die einen Schleim bilden. Abhängig von der Zyklusphase besitzt dieser eine unterschiedliche Konsistenz. Auf der Beobachtung dieses sogenannten Zervixschleims beruht die Schleimmethode.

Nach der Monatsblutung sondern die Drüsen nur wenig oder keinen Schleim ab. In den weiteren Tagen nimmt der Schleimfluss zu, wobei er dabei dickflüssig, klebrig und milchig-trüb ist. Das Eisprung-Symptom: Kurz vor dem Eisprung wird er immer flüssiger, klarer und lässt sich in Fäden ziehen. Diese Zusammensetzung unterstützt und geleitet die Spermien auf ihrem „langen Weg“ zur Eizelle.
Zum Test erfühlt man am Scheideneingang den Schleim, entnimmt davon etwas zwischen Daumen und Zeigefinger und zieht ihn auseinander. Um mit der Schleimmethode (auch "Billingsmethode") zuverlässig den Eisprung zu erkennen, sollte man allerdings gut mit der "Zeichendeutung" (Schleimkonsistenz, -farbe, etc.) vertraut sein und seinen Körper entsprechend sehr gut kennen. Zum Zeitpunkt des Eisprungs wird der Zervixschleim dann schnell wieder trüb und zäh oder verschwindet gänzlich.

Weitere Anzeichen deuten


Zusätzliche Körpersignale können den Eisprung deutlich machen und somit die vorgestellten Methoden unterstützen. Manche Frauen leiden z. B. während des Eisprungs an Unterleibsschmerzen (sogenannter Mittelschmerz), die Brüste und Brustwarzen können empfindlich sein; leichte Blutungen sind ebenfalls möglich. Auch die Libido macht sich bemerkbar: Bei vielen Frauen ist die Lust auf Sex während der fruchtbaren Tage größer als sonst.

Ihrer Außenwelt verraten Frauen ihre Fruchtbarkeitsphase durch ganz unbewusste Signale, wie Forscher herausfanden: In der Zeit des Eisprungs tragen sie öfter Röcke oder andere attraktive Kleidungsstücke, sie haben seltener Kontakt zu ihren Vätern und fühlen sich von besonders maskulinen Männern angezogen. Männer verhalten sich in dieser Zeit besonders eifersüchtig und sind stärker vom Geruch ihrer Partnerin fasziniert.

Fazit


Die vorgestellten Praktiken sind natürliche Methoden, um den Eisprung ungefähr bestimmen zu können. Wichtige Informationen für den Kinderwunsch. Bedenke aber, dass ein Eisprung nicht sofort mit einer Schwangerschaft gleichzusetzen ist. Hier spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Zudem können die vorgestellten Methoden keine hundertprozentig sichere Aussage über den Zeitpunkt des Eisprungs geben. Sie bieten lediglich Anhaltspunkte und grenzen den Zeitraum ein, wann eine Befruchtung am wahrscheinlichsten ist.

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