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Folsäure: Wichtige Nahrungsergänzung für euren Kinderwunsch


Folsäure-Tabletten aus der PackungBild: stevepb@pixabay.com

Beim vielen Gynäkologen bekommen Schwangere eine Packung Folsäure in die Hand gedrückt. Denn eine ausreichende Versorgung mit Folsäure bzw. Folat sorgt für eine gesunde Entwicklung deines Babys und kann schwere embryonale Fehlbildungen wie zum Beispiel den sogenannten offenen Rücken (Spina bifida) verhindern.

Folsäure: Was ist das eigentlich?


Folsäure ist die synthetisch hergestellte Form von Folat, einem wasserlöslichen B-Vitamin, auch als Vitamin B9 bekannt. Das Vitamin kann vom Körper nicht selbst gebildet werden, der Organismus benötigt es aber für die Blutbildung sowie für zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Folsäure ist an der Synthese von DNS-Bausteinen beteiligt und spielt daher eine wichtige Rolle für alle Wachstumsprozesse im Körper. Für das wachsende Ungeborene ist sie lebensnotwendig.

Gesunde Ernährung ist die beste Basis


Mit dem Ergebnis „Schwangerschaftstest positiv“ trägt Mama von nun an die Verantwortung für das neue Leben, das langsam in ihr heranreift. Ganz wichtig: Tabak und Alkohol sind von nun ab absolut tabu! Vielmehr geht es jetzt darum, sich bewusst gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Nehmt euch die Zeit und bereitet euch und eurem Baby leckere, vitaminreiche Mahlzeiten zu: Obst und Gemüse, aber auch Fleisch, Fisch und Vollkornprodukte sollten auf deinem Speiseplan stehen.

In vielen Gemüsesorten findest du das Vitamin. Es gibt jedoch einen Haken: Da es extrem hitze- und lichtempfindlich ist, geht bereits durch Lagerung und Zubereitung ein Großteil der Folsäure verloren. Deswegen ist es von Vorteil, auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen und den weiblichen Körper optimal mit Folsäure zu versorgen.

Der Tagesbedarf an Folsäure steigt mit der Schwangerschaft


Das ungeborene Baby wird zwar automatisch über die Plazenta und Nabelschnur über den Blutkreislauf mit Nährstoffen versorgt. Doch mit der Schwangerschaft steigt der Bedarf an bestimmten Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen. Das trifft auch für Folsäure zu: Folsäure, auch unter dem Begriff Folat bekannt, ist zum Beispiel enthalten in Linsen und Erbsen, Eigelb, Weizenkleie, Spinat, Salat, Broccoli sowie Tomaten. Doch die über die Mahlzeiten aufgenommene Menge an Folsäure reicht eben bei vielen Schwangeren – und übrigens auch bei anderen – nicht aus, um den Tagesbedarf zu decken.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte man 300 Mikrogramm des Vitamins täglich zu sich nehmen. „Theoretisch lässt sich der empfohlene Tageswert durch gesunde Kost erreichen“, sagt Koletzko. Doch das schafft nur etwa ein Fünftel der Bundesbürger. 

Folsäure für Babys: So wichtig für die Entwicklung


Um sicher zu gehen, dass das Ungeborene mit diesem für seine Entwicklung sehr wichtigen B-Vitamin gut versorgt ist, empfehlen Gynäkologinnen und Gynäkologen eine Nahrungsergänzung speziell mit Folsäure. „Folsäure benötigt unser Körper, damit neue Zellen entstehen und wachsen können“, erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Sprecher des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit (AKF). Gerade zu Beginn der Schwangerschaft ist Folsäure äußerst wichtig für das gesunde Wachstum eures Babys. Sie unterstützt die Zellteilung und ist damit an der Neubildung von Zellen beteiligt. Zudem unterstützt es die Blutbildung und fördert die Entwicklung des Gehirns. Inzwischen weiß man, dass die Zufuhr von Folsäure das Risiko von Fehlbildungen wie zum Beispiel einem sogenannten offenen Rücken maßgeblich reduziert.

Folsäure-Dosierungsempfehlung für Schwangere


Für werdende Mütter wird zusätzlich zu einer folsäurereichen Kost eine Tagesdosis von 800 Mikrogramm empfohlen. Nicht nur für euer Ungeborenes, auch für die werdende Mutter kann diese Nahrungsergänzung hilfreich sein: Denn Folsäure wirkt mitunter gegen Müdigkeit und Mattigkeit, die oft mit der Schwangerschaft einhergehen. Und selbst wenn du noch nicht schwanger bist, aber einen Kinderwunsch hegst, oder auch wenn du stillst, wird eine zusätzliche Versorgung in Tablettenform empfohlen. Um die genaue Dosierung für die individuelle Situation herauszufinden, hilft ein Gespräch mit der Frauenärztin.

Folsäure bereits bei Kinderwunsch


Allen Frauen mit Kinderwunsch empfehlen DGE und AKF schon vor der Schwangerschaft zusätzlich ein Präparat mit mindestens 400 Mikrogramm Folsäure bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels einzunehmen, um mit einer optimalen Folatversorgung von Anfang an den Embryo vor Fehlbildungen der Wirbelsäule und des Nervensystems zu schützen. 

Gesunde Lebensweise bei Kinderwunsch

Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sind das A und O, wenn ihr euch Kinder wünscht. Zum einen erhöht die Frau dadurch die Chancen auf eine Schwangerschaft. Zum anderen gibt die werdende Mutter dem Baby durch eine gesunde Ernährung einen guten Start ins Leben. 

Folsäure in der Stillzeit: warum wichtig?


Nicht nur während deine Partnerin schwanger ist, sondern auch in der Stillzeit ist es ratsam, auf folsäurehaltige Nahrung zu achten. Denn mit ihrer Gesundheit begünstigt die Mama in spe auch die eures Kindes: Durch das Stillen gerät der Nährstoff über die Muttermilch in den Blutkreislauf eures Babys und fördert damit Wachstum sowie Entwicklung der Organe. Säuglinge unter vier Monaten haben einen Bedarf von 60 Mikrogramm pro Tag, Babys zwischen vier und zwölf Monaten sollten 80 Mikrogramm pro Tag aufnehmen. Um dies zu gewährleisten, sollten Stillende täglich 600 Mikrogramm des Vitamins zu sich nehmen – am besten mithilfe eines Nahrungsergänzungsmittels.

Folsäure-Mangel: wie erkennen?


Auch wenn Frauen im Moment kein Kind erwarten oder schwanger werden möchten, ist eine ausreichende Versorgung mit Folsäure ein wichtiges Thema. Ohne ständigen Nachschub sind die Speicher in der Leber nach drei bis vier Wochen aufgebraucht. Symptome eines Folsäuremangels: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Herzklopfen, Ohrensausen, Schwindelgefühle, ein gestörter Geschmackssinn, Schleimhautentzündungen, Gewichtsverlust oder Durchfall. Gewissheit, ob deine Partnerin ausreichend versorgt ist oder nicht, kann euch ein Bluttest bei beim Arzt bieten.

Zu wenig Folsäure: Wie kann das sein?


Dass Frauen zu wenig Folsäure aufnehmen, kann viele Gründe haben. Die häufigsten sind:
  • Unausgewogene Ernährung
  • Extreme und langwierige Schlankheitsdiät
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • gewisse Medikamente (etwa die Pille)
  • zu viel direkte Sonneeinstrahlung auf der Haut (das Vitamin ist sehr lichtempfindlich, gerade bei heller Haut reduziert starke Sonnenstrahlung den Folsäuregehalt im Körper)
  • Vitamin-B12-Mangel

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