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20.05.2013 10. Woche
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Gemeinsam geht alles besser

Es ist es gar nicht so schwer, die Interessen von Kindern und Erwachsenen in Einklag zu bringen. Es braucht aber eine Menge Geduld.
Eigentlich war es eine ganz normale Woche – geprägt von einen unsichtbaren Band zwischen mir und den Kindern.

Das Glück und die alte Heimat

Ganz besonders gefreut habe ich mich auf meinen philosophischen Gesprächskreis, den ich diese Woche leiten durfte. Meine Aufgabe ist, das Thema vorzubereiten und zu strukturieren. Am letzten Donnerstag haben wir uns mit dem Begriff „Glück“ beschäftigt. Es ist sehr interessant, die unterschiedlichen Sichtweisen zu betrachten. Als Referent fällt mir dabei immer wieder auf, wie stark doch die Brille ist, mit der man ein solches Thema betrachtet.

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war sicherlich unserer Besuch bei meiner Mutter. Am Samstag haben wir in großer Runde ihren Geburtstag gefeiert. Unsere Kinder haben es in vollen Zügen genossen, ihre Cousins zu sehen. Auch wenn sie sich nur einmal im Jahr sehen, ist die Verbindung sofort da. Wir haben zum ersten Mal bei meiner Mutter übernachtet. Es war eine ganz neue Erfahrung für unsere Kleinen. Einfach wundervoll!

An diesem Wochenende konnte meine Familie meine alte Heimat kennenlernen. Wir haben uns den Braunschweiger Dom angeschaut. Da es auch noch einen mittelalterlichen Markt auch dem Burgplatz gab, konnten die Kinder erleben, wie die Menschen vor 700 Jahren gearbeitet und gehandelt haben.

Kinderwille und Elternwunsch

Kinder versuchen ihren eigenen Willen nur dann durchzusetzen, wenn sie die Logik der Eltern nicht verstehen. Es ist sinnvoll, ihnen zu erklären, warum gerade nicht genug Zeit für bestimmte Aktivitäten vorhanden ist. Auch wenn dies manchmal sehr zeitaufwendig ist, so ist der positive Effekt doch sehr groß. Wenn sie einmal verstanden haben worum es geht, ist der Alltag häufig einfacher. Wichtig dabei ist, dass sie sich nicht übergangen fühlen.

Am Sonntag habe ich mit Claire Brötchen für das Frühstück gekauft. Schon an der Haustür wollte sie unbedingt schaukeln. Ich habe ihr gesagt, dass ich jetzt erst einmal die Brötchen kaufen möchte. Sie hat das verstanden. Doch als wir wieder da waren, stellte sie die gleiche Frage noch einmal und dieses mal war sie mit meiner Antwort nicht zufrieden. Ich änderte meine Antwort von einem „Nein“ in ein „Ja“. Weil ich merkte, dass ich selber unbedingt frühstücken wollte. Die Interessen meiner Tochter waren in diesem Augenblick nicht von Bedeutung. Es gab auch keinen wirklichen Grund, warum Claire nicht kurz schaukeln sollte. Sie schaukelte dann auch sehr schnell und es war gar kein Problem, meinen Plan kurz zu unterbrechen.

Selbstständig Denken lernen

Ich bin sehr froh, dass meine Zwillinge so eindeutig ihren Willen äußern können. Meistens passen die kindlichen Vorschläge einfach nicht in das Denken der Erwachsenen. Doch die Kinder lernen so ihre eigenen Ideen begründet zu vertreten. Diese Verhalten sehe ich bei ihnen auch gegenüber anderen Kindern. Valérie ist sogar in den Kinderbeirat des Kindergartens. Sie hat dieses Verhalten von uns gelernt, auch wenn es immer wieder schwierig ist, die Entscheidungen gemeinsam mit den Kindern zu planen.

Sicherlich gibt auch wichtige Entscheidungen, die wir als Eltern ohne die Kinder entscheiden müssen. Über die Finanzen, die Renovierung im neuen Haus oder welches Auto wir fahren, können wir nicht mit den Kindern besprechen. Es gibt aber viele Aktivitäten, bei denen dies anders ist. Ich kann nur hoffen, dass dieser Teil unserer Erziehung sich in der Zukunft auszahlt.

Liebe Leser, diese Woche habe ich doch sehr genossen. Das Schreiben des Tagebuch ist dabei auch immer ein Höhepunkt. Ich kann so gut die Erlebnisse der vergangenen Woche noch einmal betrachten. Ich hoffe, dass ich einen guten Einblick in unseren Alltag geben konnte. Für Fragen und Anregungen bin ich jederzeit dankbar. Ich wünschen allen Lesern eine schöne Woche.

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Kommentare von Lesern:

 
Volker aus Kassel:
22.05.2013 09:45
Hallo Stefan, gut dass Du es manchmal schaffst, dich von deinem eigenen Plänen abbringen zu lassen und die Vorstellungen der Kinder aufgreifst. Meine Erfahrung ist, dass in Momenten, wo dies einfach nicht geht, ein Hinweis auf das letzte Mal (das hoffentlich nicht zu weit zurückliegt) Wunder wirkt. Mein Sohn mag Kompromisse, weil er sich da erstgenommen fühlt.

Tagebuch Stefan

Stefan
Alter: 40
Wohnort: Dortmund
Beruf: Hausmann
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder (5)
Geburtstag Kind:
Letzter Eintrag: 24.04.2015

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