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24.03.2013 2. Woche
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Papa, mach mal Augen zu

Von väterlichem Stress und kindlicher Logik
Unsere Kinder platzen regelrecht vor Kreativität. In dieser Woche haben sie uns immer wieder überrascht. Manches konnten wir erraten, weil ihr Flüstern noch so laut ist. Lachen müssen wir immer wieder, wenn sie mit ihrer kindlichen Logik uns die Welt erklären.

Es ist Wochenende

Das Wochenende gehört traditionell der Familie. Am Samstag schlafen wir aus. Besser gesagt die Kinder stehen erst um sieben Uhr auf. Für uns Eltern gibt es dann Früh- und Spätschicht. Erstere steht mit den Kindern auf und sorgt für Programm. Letztere kann bis zum Frühstück um neun Uhr schlafen. Leider bleibt der Fernseher am frühen Morgen nicht immer aus, da morgens die Lieblingfilme unserer Kinder kommen. Aber es gibt auch große Malstunden, in der Kunstwerke entstehen, auf die Picasso stolz wäre.

Das Wetter macht uns zu schaffen

In Dortmund hat es wieder einen Wetterumschwung gegeben. Innerhalb von wenigen Tagen ist die Temperatur um 10 Grad gefallen. Eigentlich hat niemand mehr Lust auf Schnee und Eis, nur Valérie und Claire essen weiterhin den Schnee, der noch auf den Gartenzeunen und Autos liegt. Spricht man sie darauf an, dann haben sie ein schlechtes Gewissen, aber lassen können sie es auch nicht lassen. Die Kälte führt auch dazu, dass unsere Abwehrkräfte immer wieder aussetzen. Jedes Mal kommt es mir wie eine kleine Katastrophe, auch wenn es nur Fieber ist.

Am Montag Abend klagte Claire über Ohrenschmerzen. Sie hatte sehr unruhig geschlafen und litt unter starken Schmerzen. Wir vermuteten eine Mittelohrentzündung und gaben ihr Schmerzsaft. Ehrlich gesagt, habe ich mich darauf eingestellt am nächsten Morgen zu Arzt zu fahren. Doch Claire sagte morgens, dass die Schmerzen besser sind. So konnten unsere Kinder zur normalen Zeit in den Kindergarten. Mir ist wirklich ein Stein vom Herzen gefallen, da ich Schlimmeres vermutet hatte. Am Nachmittag stellte der Ohrenarzt fest, dass Claire Wasser hinter dem Ohr (Paukenerguss) hat. Letztlich hat der Besuch beim Ohrenarzt sogar Spaß gemacht, da wir vom Kindergarten in die Stadt gelaufen sind.

Wir spielen Schule

Wer wirklich mit dieser Idee im Kindergarten angefangen hat ist unbekannt. Aber in dieser Woche bastelten die Kinder Schultüten. Zur Abholzeit spielten unsere beiden mit anderen und einer Erzieherin Schule. Außerdem gab es noch ein Aufgabenheft. Alle Kinder nahmen das Spiel sehr ernst. Die Erzieherin hingegen sah etwas erschöpft aus. Beim Abholen besprachen Valérie und Claire ihr weiteres Vorgehen. Zuhause sollte ich die Spieltafel aus dem Keller holen und sie wollten weiter unterrichtet werden.

Ich aber dachte nur daran, dass wir wegen der anschließenden Kindertanzschule später nach Hause kommen würden, außerdem stand das Abendessen auf Plan. Zuhause war ich froh, dass meine Frau gekocht hatte. Während der Rest der Familie Schule spielte, konnte ich die Füße hochlegen. Unsere Kinder sind erst um 21:30 Uhr ins Bett gegangen. Trotzdem hat der nächste Tag gut geklappt, denn die beiden wollten unbedingt im Kindergarten weiter machen. Wir haben die Tafel mit in den Kindergarten genommen. Ich glaube, dass es allen viel Spaß gemacht hat.

Kinderfrei dank Kurzurlaub

Wir haben Premiere. Meine Frau ist gemeinsam mit einer sehr guten Freundin und unseren Zwillingen an die Nordsee gefahren. Ich verbringe also drei Tage ohne Familie. Mein Job: Keller ausräumen. In ein paar Wochen ziehen wir um und brauchen Platz, um die Kartons zu lagern. Es ist eine ungewohnt ruhige Stimmung im Haus und ich kann meine Zeit frei einplanen.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, Lebensmittel für den Kurzurlaub zu kaufen. Ständig lief die Waschmaschine. Wir hatten gut geplant. Am Tag der Abfahrt brauchten wir nur noch die Koffer ins Auto zu laden. Aber auch das hat bestimmt zwei Stunden gedauert. Meine Frau hat die letzten Sachen gepackt, die Kinder haben ihre Trolleys zum Auto gezogen und ich durfte alles im Kofferraum verstauen. Als Proviant gab es eine Tasche mit Fingerfood. Obwohl unsere Zwillinge erst fünf Jahre alt sind haben sie so die Fahrt bis an die Nordsee ohne Pause durchgehalten. Damit hat sich der ganze Aufwand wirklich gelohnt.

Stopp!

Auf dem Weg vom Kindergarten zum Auto haben Valérie und Claire oft ein unterschiedliches Tempo. Valérie läuft vor und Claire schaut sich noch die Dornenhecke am Fußweg an. Bis jetzt ist es noch kein Mal vorgekommen, dass Valérie auf mein gebrülltes „STOPP“ nicht an der Tankstellenauffahrt stehen geblieben ist. Trotzdem rutscht mir jedes Mal fast das Herz in die Hose. Aber ich bin stolz darauf, dass ich meinen Kindern vertrauen kann. Sie hören auf mich. Aber sie tun dies nicht, weil es für sie eine Pflicht ist, sondern weil sie mir einen Gefallen tun möchten. Eltern sollten nie vergessen, dass sie mit den Kindern gemeinsam die Familie bilden. Die Eltern haben die Fäden in der Hand und entscheiden über die Richtung, in die man sich entwickelt – und zwar gemeinsam!

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Tagebuch Stefan

Stefan
Alter: 40
Wohnort: Dortmund
Beruf: Hausmann
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder (5)
Geburtstag Kind:
Letzter Eintrag: 24.04.2015

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