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12.05.2014 6. Woche
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Fahrradunfall

Der Fahrradunfall hat mich stärker aus der Bahn geworfen, als ich gedacht hätte. Auch drei Wochen nach dem Unfall habe ich immer noch starke Kopfschmerzen. Der Alltag läuft mit starken Einschränkungen. Die Ärzte sagen, dass ich mich weiterhin schonen soll. Doch dies ist manchmal sehr schwierig.
Liebe Leser und Leserinnen

eigentlich habe ich immer gedacht, dass gerade mir so etwas nicht passieren kann. Im Straßenverkehr bin ich immer besonders vorsichtig. Doch vor ein paar Wochen habe ich erfahren, dass auch ich nicht vor Unfällen geschützt bin. Es ist daher ein besonderer Eintrag in meinem Tagebuch. Drei Wochen nach meinem Unfall bin ich langsam wieder in der Lage meinen Alltag zu genießen.

Stressige Osterferien
Die Osterhasen halten mich ganz schön auf Trab. Ich fahre zu den einzelnen Supermärkten und fülle dort die Regale mit den Schokoladenspezialitäten auf. Außerdem kümmere ich mich darum, dass die Displays und Aufbauten im Markt immer schön gefüllt sind. Die letzten Tage vor Ostern sind sehr stressig. Ich versuche die einzelnen Märkte der Reihe nach abzuarbeiten. Die Routine hilft dabei viel. Da die meisten Märkte in Dortmund sind, bin ich mit dem Fahrrad unterwegs. Immer gut gesichert durch Helm und Handschuhe lege ich einige Kilometer zurück.

Wie es zu dem Unfall kommt kann ich leider nicht erklären. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich meine Sachen gepackt habe. Aufgewacht bin ich dann im Krankenhaus. Es ist für uns alle ein Schock. Niemand kann damit rechnen. Der Fahrradhelm hat mich vor schlimmeren Verletzungen bewahrt. Ohne ihn wäre ich wohl nicht um eine Operation herum gekommen.

Aktuell habe ich immer starke Kopfschmerzen, die mich im Alltag stark einschränken. Eigentlich bin ich der Meinung, dass Kopfschmerzen doch zu ertragen sind. „Dann legt man sich halt hin.“ Das war immer meine Meinung. Doch jetzt weiß ich, dass es Schmerzen gibt, die einen regelrecht außer Gefecht setzen können. Dummerweise sind die Schmerzen im Kopf sehr heimtückisch. Sie tauchen manchmal wie aus dem Nichts auf. Ich kann dagegen nichts tun. Die Ärzte sagen, dass ich mich schonen soll. Doch so einfach ist das nicht. Der Familienalltag ist immer mit einer gewissen Anspannung verbunden. Oft kann ich nur das Tempo regulieren und einfach etwas langsamer machen. Ich habe auch gemerkt, dass die Arbeit am Computer recht gut zu ertragen ist. Doch die Tätigkeiten im Haus, der Regalservice für die Schokoladenfirma sind sehr anstrengend. Außerdem fällt es mir sehr schwer den allgemeinen Schriftverkehr abzuarbeiten oder den Schreibtisch aufzuräumen.

Ich wünsche mir, dass ich mein aktuelles Handikap etwas besser einschätzen kann. Aktuell kann ich nicht sagen, wie lange ich brauche, bis ich wieder volle Leistung bringen kann.

Der Unfall hat alles durcheinander gebracht. Sport, eine regelmäßige Arbeit sind leider nicht möglich. Ich hoffe, dass sich dies in ein paar Wochen wieder ändert. Mich hat das alles sehr nachdenklich gemacht. Denn der Unfall hätte auch deutlich schlimmer ausfallen können, wenn ich keinen Helm getragen hätte. Ich hatte wirklich Glück im Unglück. Leider kann ich mich selbst nicht an den Unfall erinnern. Auch habe ich es bisher nicht geschafft, mir einmal die Unfallstelle anzuschauen. Ich hoffe, dass ich dies nächste Woche nachholen kann. Nur langsam kommt meine alte Kraft wieder zurück.

Im Alltag habe ich den Anspruch, dass ich aktiv das Familienleben mitgestalte. Ich möchte mich weiterhin um den Haushalt und die Kinder kümmern. Doch gerade hier erfahre ich meine Grenzen. Denn die körperliche Arbeit strengt mich sehr an. Auch die Zeit mit den Kindern ist für mich sehr anstrengend. Ich merke, dass die Fahrt zum Kindergarten oder zum Fußballtraining bewirken, dass ich danach unter Kopfschmerzen leide.

Die Geburtstagsfeier
Welche Herausforderungen der Alltag kann ich gut am 40. Geburtstag meiner Frau beschreiben. Sie hat einen Tag nach meinem Unfall Geburtstag. So haben wir den Geburtstagskuchen auf den Fahrradständern der Unfallklinik gegessen. Das geplante Kaffeetrinken mit Freunden und Familie fand nur eingeschränkt statt. Um so wichtiger war uns, dass die große Feier dann am ersten Mai Wochenende stattfinden sollte. Mein Entschluss war, dass diese Feier gerade wegen des Unfalls besonders schön werden sollte. Die ganze Woche habe ich immer wieder mit großem Eifer das Haus und den Garten aufgeräumt. Wir haben ungefähr 30 Gäste erwartet. Doch leider war es doch wohl für mich zu anstrengend. Denn am Anfang der darauf folgenden Woche musste ich wegen starker Kopfschmerzen alle Termine absagen.


Liebe User,
ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie dankbar ich bin, dass ich diese Zeilen jetzt schreiben kann. Es ist ein Zeichen, dass es deutlich mit mir bergauf geht. Auch wenn ich mit meiner Genesung noch lange nicht zufrieden bin. In der vergangenen Zeit habe ich viel darüber nachgedacht, wie ich meine Zukunft gestalten möchte. Ich denke, dass ich in den nächsten Wochen hier Taten folgen lassen werde. Zur Zeit möchte ich erst einmal darüber nachdenken, wie es weitergeht. In diesem Sinne wünsche ich allen eine gute Zeit, bis an dieser Stelle der nächste Bericht erscheint.

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Kommentare von Lesern:

 
Kai, Rheinland:
14.05.2014 00:53
Lieber Stefan,
ich wünsche auf diesem Wege gute Besserung, dass die Kopfschmerzen bald verschwinden mögen!
Grüße
Kai

Tagebuch Stefan

Stefan
Alter: 40
Wohnort: Dortmund
Beruf: Hausmann
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder (5)
Geburtstag Kind:
Letzter Eintrag: 24.04.2015

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